Verbum caro factum est

Musik des 17 Jahrhunderts zur Weihnachtszeit
Sonntag, 3. Dezember 2017, 15 Uhr UND 18 Uhr
Schaezlerpalais, Katharinenkirche, Augsburg

Bildliche Darstellungen der Geburt Christi, ob nun als Fresko, Zeichnung, Stich, Skulptur oder Gemälde, ziehen sich durch nahezu alle Jahrhunderte. Ganz ähnlich in der Musik. Ob als schlichter Liedsatz im protestantischen Raum oder als prächtige Kantate im katholischen Umfeld - der Freude über die Weihnacht wird auf ganz vielfältige Weise Ausdruck verliehen. Mit feierlicher Musik der Augsburger Komponisten Johann Melchior Gletle, Thomas Eisenhuet, Hans Leo Hassler, Adam Gumpelzhaimer und Gregor Aichinger stimmt das Ensemble des Forum Alte Musik Augsburg e.V. im traditionellen Weihnachtskonzert auf das wunderbare Fest ein.
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Ensemble des FORUM ALTE MUSIK AUGSBURG und Gäste

Innßbruckisch Aria

Samstag, 11. November 2017, 20 Uhr
Fugger und Welser Erlebnismuseum, Augsburg

Werke von Giovanni Buonaventura Viviani, Georg Arnold, Angelo Michele Bartolotti, Silvius Leopoldus Weiß, Giovanni Pandolfi Mealli, Gottfried Finger u. a.
Mit Tirol als wichtiger Schnittstelle zwischen dem italienischen Süden und dem deutschen Norden begegneten sich am Innsbrucker Hof unterschiedliche musikalische Kulturen, Traditionen und Stile die den besonderen Flair der dort entstandenen Musik ausmachen. Giovanni Buonaventura Viviani, in Florenz geborener Komponist und Geiger wurde von Kaiser Leopold I. als Kapellmeister an den Innsbrucker Hof zurückberufen, nachdem er 1663 von Erzherzog Sigismund Franz entlassen worden war. Vivianis Sonaten op.4 wurden während seines Aufenthalts in Augsburg, dem damaligen süddeutschen Zentrum des Druckes im Jahre 1676 veröffentlicht. Es erklingen an diesem Abend u.a. auch selten gespielte, unerhört fantasievolle Blockflötensonaten von Gottfried Finger, einem mährisch-deutschen Komponisten, der nach einigen Jahren erfolgreichen Wirkens in England dem Tiroler Regenten Karl Philipp von der Pfalz-Neuburg in Innsbruck als Konzertmeister diente.

Iris Lichtinger, Renaissance- und Barockblockflöten und Axel Wolf, Laute und Theorbe Ein Konzert der Reihe „Die Fugger und die Musik“ der Regio Augsburg Tourismus GmbH in Kooperation mit FAMA e.V.

Innsbruck ich muß dich lassen

Musik von Heinrich Isaac und Ludwig Senfl
Samstag, 14. Oktober, 20 Uhr; Goldener Saal, Rathaus Augsburg
Kaiser Maximilian I (1459-1519), in Erinnerung an das versunkene Mittelalter als „letzter Ritter“ bezeichnet, war doch eher ein Herrscher, der den „Triumph der Renaissance“ in Deutschland herbeiführte. Als Veranstalter prunkvoller Feste, war er ein unermüdlicher Förderer der Künste. Er, der nie eine eigentliche Residenz besaß, wählt Innsbruck als Ausgangspunkt für seine Beschäftigung mit der bildenden Kunst. Bei zahlreichen Reichstagen hielt sich der Kaiser in Augsburg auf und nahm hier Wohnsitz. Sein aufwändiger Herrschaftsstil und die Kunstliebe häuften riesige Schulden auf, die durch das Bankhaus Fugger gedeckt wurden. Die musikalische Verbindung „Augsburg und Tirol“ ist geprägt durch zwei der großen Meister ihrer Zeit, die beide als Hofkapellmeister Kaiser Maximilians tätig waren und noch dazu in einem Lehrer - Schüler Verhältnis standen: Heinrich Isaac (ca. 1450-1517) und Ludwig Senfl (ca. 1486-1543)

Ensemble des FORUM ALTE MUSIK AUGSBURG und Gäste

Festkonzert der Reihe „Die Fugger und die Musik“ der Regio Augsburg Tourismus GmbH

Andacht

Deutsche Lieder der Reformationszeit – von Martin Luther, Ludwig Senfl, Orlando di Lasso bis Johann Hermann Schein
Freitag, 29. September 2017, 19:30 Uhr, evangelische Kirche St. Ulrich
Das Programm ANDACHT mit deutschen geistlichen und weltlichen Liedern spiegelt den Einfluss der Reformation in ethisch und moralischer Weise sowie den Zeitgeschmack und die Italien-Euphorie wider. Ausgehend von den Kirchenliedern Martin Luthers findet sich dieser Schatz an unbekanntem Liedgut mit seinen sanften und eingängigen Melodien in Musikdrucken aus Augsburg, München und Nürnberg des 16. Jahrhunderts und wird nach der historisch orientieren Aufführungspraxis neu präsentiert. Wir beschließen das Programm mit Liedern von Johann Hermann Schein, dessen Musik auf die neue Zeit, den Barock, hinweist und begeben uns somit auf die Reise einer humanistisch geprägten Gesellschaft der Reform hin zur Gegenreform.

Ensemble PER-SONAT: Caroline Ritchie, Renaissancegambe; Baptiste Romain, Renaissancevioline; Marc Lewon, Laute und Viola d’arco; Joel Frederiksen, Bass und Laute; Sabine Lutzenberger, Mezzosopran und Leitung

Ein Konzert der Reihe „Die Fugger und die Musik“ der Regio Augsburg Tourismus GmbH in Kooperation mit FAMA e.V.

Gambengeschichten

7 Meister - 7 Saiten - 7 Bünde – Ein Instrument ist zu entdecken
Freitag, 21. Juli, 19 Uhr; Speisesaal im Schaezlerpalais
Dieses Programm ist eine Reise zu einem heute selten gehörten und gesehen Instrument der europäischen Musikgeschichte: Die Viola da Gamba - auch kurz Gambe genannt. Zu seiner Blütezeit erfreute sich das Instrument großer Beliebtheit, die so weit ging, dass sogar Herrscher – in Bayern zum Beispiel der blaue Kurfürst Maximilian II. Emanuel - selbst dieses Instrument erlernten. An diesem Abend führt der Künstler Jakob Rattinger anhand von sieben Komponisten musizierend in die Welt der Gambe ein, und wird das Programm mit kurzen Erklärungen und Anekdoten zu den interpretierten Werken und dem Instrument abrunden.

Jakob David Rattinger, Viola da Gamba

In die Orgel singen –

Orgel- Vokal- und Instrumentalmusik aus Augsburger Überlieferungen
Sonntag, 7. Mai 2017, 16.00 Uhr; Gabelbach, Sankt Martin

Werke von Hans Leo Hassler, Hans Ulrich Steigleder, Jan Pieterszoon Sweelinck, Girolamo Frescobaldi u. a.

Die Orgel als zentrales Instrument in der Kirche versammelte sowohl Sänger als auch Instrumentalisten um sich. Beim "in die Orgel"- Singen konnte dabei die Liedmelodie mit oder ohne Verzierungen in der jeweiligen Stimmlage mitgesungen oder mitgespielt werden, und das auch bei einer kunstvollen Choralfantasie für Orgel. Dass dann bei bekannten Liedern sogar die Gemeinde in den cantus firmus des Orgelstückes einfiel, war keine Seltenheit. Präsentiert werden einige Möglichkeiten, wie sie vielleicht auch in der Augsburger Barfüßerkirche um 1610 praktiziert wurden, wo die Gabelbacher Orgel, die älteste erhaltene Orgel Süddeutschlands ursprünglich beheimatet war.

Sabine Lutzenberger, Sopran; Angelika Radowitz, Bassdulcian; Michael Eberth an der ältesten Orgel Bayerns von Marx Günzer (1609)

Non moriar sed vivam

Musik aus der Zeit Martin Luthers
Sonntag, 26. März, 17 Uhr; Augsburg, St. Anna Kirche
Luthers hohe Wertschätzung der Musik und seine Initiative zu einem deutschen geistlichen Liedschaffen haben wesentlich das Aufblühen einer protestantischen Musikkultur begründet. Zeitgenossen haben Luthers Musikalität und seine Freude am Musizieren bezeugt. Er schätzte das Singen von Motetten und Liedsätzen in abendlicher Gemeinschaft mit Freunden und Hausgenossen. Über die Kunstmusik seiner Zeit war er informiert und hatte ein sicheres Urteil, wie lobende Äußerungen über Josquin des Prés und sein Briefwechsel mit Ludwig Senfl belegen.
Nicht bei allen seinen Liedern (gemeint sind hier die Texte) lässt sich auch die Genese der Melodie klären. Z. T. hat Luther vorhandene Melodien (mit teilweise lateinischen Texten) bearbeitet. Hier zeigt sich sein besonderes Gespür für die deutsche Sprache (Akzent, Tonfall, Gebärde).

Sebastian Seifert, Altus; Michael Birgmeier, Tenor; Hans Ganser, Burkhard Kosche, Bass; Angelika Radowitz, Bassdulcian; Martin Erhardt, Orgelportativ, Blockflöte und Fiedel; Michael Eberth, Clavicytherium und Orgel